Die Pfarrkirche ist das bedeutungsvollste Bauwerk der Gemeinde. Ihre dominante Lage auf einem Ausläufer des Morgartenberges betont ihre Wichtigkeit und lässt das Gotteshaus samt seinem markanten Turm von überall her in Erscheinung treten.
Spuren aus alter Zeit
In den Jahren 2001/2002 wurden im Rahmen der Renvationsarbeiten Spuren aus allen Perioden des Kirchenbaus gefunden. Ein zugemauertes romanisches Fenster und Überreste des ehemaligen geraden Chorabschlusses Richtung Osten (im Bereich des Eingangs zur heutigen Totenkapelle) weisen auf eine romanische Kirche hin, wie sie in der Gegend um 1150 entstanden. Hinter den seitlichen Choraltären fanden sich gut erhaltene spätgotische Wandbilder. Im Bereich der heutigen Totenkapelle stiess man bei Abteufungsarbeiten auf zahlreiche Knochen, die aufgrund der Altersbestimmung in die Zeit der Morgartenschlacht weisen. Dieser Fund erhärtet die Vermutung, dass die Toten der Schlacht am Morgarten bei der damaligen Sattler Kirche beerdigt worden sind. Alle diese Spuren werfen mehr Fragen auf, als sie Anworten geben. Warum bestand in Sattel, als Filiale der Pfarrei Steinen, damals eine offenbar recht grosse Kirche? Warum gab es hier bereits einen Friedhof?
Das Kirchengeläut
Im Turm hängen fünf Glocken, die teils schon seit Jahrhunderten Freud und Leid verkünden, die Zeit ansagen, zum Gottesdienst und zum Gebet rufen. Die grösste Glocke (gestimmt auf d +2/7) stammt aus dem Jahre 1610. Auf dieser Glocke finden sich unter anderem auch Reliefs von Petrus und Paulus, die nach Birchler eigentlich erst bei der Renovation 1776/79 Kirchenpatrone wurden. Die zweite Glocke wurde 1909 geweiht (887 kg, gestimmt auf f +2/7). Sie ersetzte die gleichartige Glocke aus dem Jahre 1419, die im Mai 1907 während des Angelusläuten einen Riss erhielt. Die zweite Glocke ist St. Agatha geweiht. Mit ihr wird bei nahenden Gewittern "übers Wetter geläutet". Die dritte Glocke stammt aus dem Jahre 1416 und wurde 1909 etwas tiefer gestimmt (ca. 350 kg, gestimmt auf b +2/7). Mit der "Schornenglocke", wie sie im Volksmund genannt wird, wurde früher angezeigt, wenn in der Schlachtkapelle Schornen Messe gelesen wurde. Die vierte Glocke (200 kg, gestimmt auf d +2/7)wurde ebenfalls 1909 neu angefertigt. Mit ihr wird das Evangelium während der Messe geläutet. Die fünfte Glocke gehört nicht zum harmonischen Geläute (ca. 80 kg, gestimmt auf b). Sie verkündet den Tod eines Gemeindemitgliedes und wird deshalb auch "Endglöcklein" genannt. Sie hing wahrscheinlich im Beinhaus, das 1776 der Verlängerung der Kirche weichen musste.
